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Trainingsplan Boxen & Krafttraining – 4‑Tage-Plan für mehr Schlagkraft und Ausdauer
Allgemein Tipps für Sportler

Trainingsplan Boxen und Krafttraining: 4-Tage-Plan für Schlagkraft und Ausdauer

KKS-Team
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Ratgeber · Boxen und Kraft
⏱ 15 Min. Lesezeit🥊 Für Hobbyboxer und Einsteiger📚 7 Quellen
Kurze Antwort

Boxer brauchen Krafttraining, aber kein Bodybuilding. Bewährt hat sich ein 4-Tage-Plan: zweimal Boxen, zweimal Kraft mit Grundübungen wie Kniebeuge, Hip Thrust, Bankdrücken, Klimmzug und Rudern, dazu Sprünge und Medizinballwürfe für die Schnellkraft. Boxen und Krafttraining trennst du zeitlich, an verschiedenen Tagen oder mit mindestens sechs Stunden Abstand. Plane mindestens einen Ruhetag, sieben Stunden Schlaf und etwa 1,6 g Eiweiß pro kg Körpergewicht ein. Unten findest du außerdem einen 3-Tage-Plan für Anfänger, einen 5-Tage-Plan für Fortgeschrittene und einen Plan für zuhause.

Du boxt seit ein paar Monaten, die Technik wird besser, aber deine Schläge fühlen sich noch nicht wirklich hart an? Oder du gehst in der dritten Runde jedes Mal die Luft aus? Dann fehlt dir sehr wahrscheinlich das passende Krafttraining.

In diesem Artikel bekommst du einen konkreten Trainingsplan für Boxen und Krafttraining: einen Wochenplan mit vier Tagen, Varianten für Anfänger, Fortgeschrittene und für zuhause, die besten Kraftübungen für Boxer und klare Regeln, wie du Schnellkraft und Kraftausdauer trainierst, ohne dich zu überlasten.

Grundlagen

Warum Boxen und Krafttraining zusammenpassen

Schlagkraft kommt aus den Beinen, nicht aus dem Bizeps

Kurz gesagt: Ein harter Schlag ist eine Kette: Der Impuls startet im Boden, läuft über Beine und Hüfte durch den Rumpf in Schulter und Faust. Krafttraining macht jedes Glied dieser Kette stärker und schneller. Technik bleibt die Grundlage, aber ohne Kraft verpufft sie.

Das ist nicht nur Trainerweisheit. Eine Studie mit 15 Boxerinnen und Boxern der brasilianischen Nationalmannschaft hat die Wucht von Jab und Cross auf einer Kraftmessplatte gemessen und mit Kraft und Sprungwerten verglichen. Die Zusammenhänge waren stark (Korrelationen zwischen 0,67 und 0,85), besonders mit der Schnellkraft der Beine (Loturco und Kollegen, 2016). Wer höher springt und die Hantel schneller bewegt, schlägt in der Regel auch härter.

Zwei Boxer mit gleicher Technik: Der eine trainiert nur Boxen, der andere ergänzt Kniebeugen, Hüftstrecker, Klimmzüge und Medizinballwürfe. Nach ein paar Monaten steht der zweite stabiler, schlägt härter und wird in späten Runden weniger müde.

2Krafteinheiten pro Woche reichen für deutliche FortschritteEmpfehlung WHO für Erwachsene: mindestens 2 Tage
0,67 bis 0,85Korrelation von Kraft und Schnellkraft mit der SchlagwuchtLoturco et al. 2016
1,6 gEiweiß je kg Körpergewicht und Tag decken den Bedarf beim MuskelaufbauMorton et al. 2018

Was du davon konkret hast:

  • Härtere Schläge durch mehr Explosivität in Beinen, Hüfte und Rumpf
  • Stabilere Deckung und besserer Stand, auch im Clinch
  • Weniger Verletzungen an Schultern, Ellbogen und Handgelenken
  • Mehr Kraftausdauer, damit die letzte Runde nicht die schwächste ist
  • Muskelaufbau und Fettabbau als angenehmer Nebeneffekt

Das Ziel ist dabei nicht Muskelmasse wie im Bodybuilding, sondern funktionelle Kraft: schnell, stabil und ausdauernd. Box-spezifisches Krafttraining sieht deshalb anders aus als ein klassischer Muskelaufbau-Plan im Fitnessstudio.

Planung

Boxen und Krafttraining kombinieren: worauf es ankommt

Reihenfolge, Abstand und Häufigkeit

Kurz gesagt: Trenne Boxen und Krafttraining zeitlich, also an verschiedenen Tagen oder mit mindestens sechs Stunden Abstand. Wenn beides an einem Tag sein muss, kommt zuerst das, was dir wichtiger ist. Plane mindestens einen kompletten Ruhetag pro Woche.

Ausdauer und Kraft gleichzeitig zu trainieren nennt man Concurrent Training. Eine Meta-Analyse von 21 Studien zeigt: Kraft wächst auch mit zusätzlichem Ausdauertraining, nur etwas weniger als bei reinem Krafttraining. Am stärksten bremst vor allem viel, langes und häufiges Ausdauertraining, besonders Laufen (Wilson und Kollegen, 2012). Für Boxer heißt das: Das Boxtraining selbst ist gesetzt, das zusätzliche Laufpensum hältst du kurz und intensiv statt lang und langsam.

Die wichtigsten Regeln für die Kombination:

  • Schweres vor Müdem: Schnellkraft und schwere Sätze nie nach einem harten Sparring. Ein müdes Nervensystem macht dich langsam und erhöht das Verletzungsrisiko.
  • Morgens Kraft, abends Technik funktioniert gut, wenn du zweimal am Tag trainieren kannst.
  • Grundübungen statt Maschinen: Kniebeuge, Kreuzheben, Hüftstrecken, Drücken und Ziehen trainieren mehrere Gelenke zusammen, wie beim Schlag.
  • Wenige Wiederholungen, volle Pausen für Kraft und Schnellkraft; Kraftausdauer trainierst du separat in Runden.
  • Aufwärmen und Abwärmen: 5 bis 10 Minuten Seilspringen und Mobilisation vorher, lockeres Dehnen und ruhige Atmung danach.
LevelEinheiten pro Wochedavon KraftRuhetage
Einsteiger31 bis 2 (Ganzkörper)3 bis 4
Hobbyboxer422 bis 3
Fortgeschrittene und Wettkampf5 bis 62 bis 31 bis 2
👉
Praxistipp

Wenn du merkst, dass deine Schläge nach dem Krafttraining tagelang schwer und langsam bleiben, ist das Volumen zu hoch. Streiche zuerst einen Satz pro Übung, nicht die ganze Einheit.

Der Plan

Trainingsplan Boxen und Krafttraining: der 4-Tage-Wochenplan

Zwei Box- und zwei Krafteinheiten für berufstätige Hobbyboxer

Kurz gesagt: Montag und Freitag boxen, Dienstag und Donnerstag Kraft, Mittwoch und Sonntag frei, Samstag optional Kondition. Jede Einheit dauert 45 bis 75 Minuten. Der Plan passt für Erwachsene, die seit einigen Monaten boxen und vier Abende pro Woche freihaben.

Dieser Wochenplan Boxen ist bewusst einfach gehalten. Zwischen den beiden Krafteinheiten liegen 48 Stunden, und das harte Pratzen- und Sparringstraining am Freitag liegt nicht direkt nach dem schweren Unterkörpertag.

TagSchwerpunktInhaltDauer
MontagBoxen: Technik und AusdauerSeilspringen, Schattenboxen, 6 bis 8 Runden Sandsack à 3 Minuten60 bis 75 Min.
DienstagKraft: Unterkörper und RumpfKniebeuge 4 × 5, Hip Thrust 3 × 8, Ausfallschritte 3 × 8 je Seite, Pallof Press 3 × 12, Sprungkniebeugen 3 × 545 bis 60 Min.
MittwochPauseAktive Erholung: Spaziergang, Mobility, lockeres Radfahrennach Gefühl
DonnerstagKraft: Oberkörper und ExplosivitätBankdrücken 4 × 6, Klimmzüge 4 × max., Rudern 3 × 8, Medizinball-Stoß 4 × 5, Rotationswürfe 3 × 6 je Seite45 bis 60 Min.
FreitagBoxen: Pratzen und SparringPratzenarbeit, Partnerdrills, leichtes Sparring, Rumpf zum Abschluss60 bis 75 Min.
SamstagOptional: Kondition20 Minuten Intervalle (z. B. 10 × 1 Minute zügig, 1 Minute locker) oder lockeres Joggen20 bis 40 Min.
SonntagFreiRegeneration, Schlaf, gutes Essenfrei

So steigerst du den Plan

  • Wochen 1 bis 2: Gewichte so wählen, dass nach jedem Satz noch zwei bis drei saubere Wiederholungen möglich wären.
  • Wochen 3 bis 5: Jede Woche etwas mehr Gewicht oder eine Wiederholung mehr, solange die Technik sauber bleibt.
  • Woche 6: Entlastungswoche mit etwa der Hälfte der Sätze. Danach neu starten, etwas schwerer als in Woche 1.

Anpassung für Einsteiger: Reduziere die Sätze um ein Drittel, verlängere die Pausen auf 90 bis 120 Sekunden und starte mit Körpergewicht oder Kurzhanteln statt Langhantel.

Fortschritt passiert nicht im Training, sondern in der Pause danach. Ein guter Plan ist deshalb immer auch ein Plan für die Erholung.

Einstieg

Trainingsplan Boxen für Anfänger: drei Tage pro Woche

Wenn du neu anfängst oder wenig Zeit hast

Kurz gesagt: Drei Einheiten reichen für den Anfang völlig. Zweimal Boxen mit einem kurzen Kraftteil, einmal Ganzkörperkraft. In den ersten acht Wochen geht es vor allem um Technik, Grundkondition und saubere Bewegungen.

Gerade am Anfang ist die Technik der größte Hebel. Wie Stand, Deckung, Jab und Cross aussehen, erklären wir ausführlich im Beitrag Boxtraining für Anfänger.

TagEinheitInhalt
MontagBoxen plus Kraftzirkel40 Min. Technik und Sandsack, danach 20 Min. Zirkel: Kniebeugen, Liegestütze, Rudern mit Band, Plank
MittwochBoxen: TechnikSeilspringen, Schattenboxen, Pratzen, 4 bis 6 Runden Sandsack
FreitagGanzkörperkraftGoblet Squat 3 × 8, Hip Thrust 3 × 10, Kurzhantel-Drücken 3 × 8, Rudern 3 × 10, Medizinballwürfe 3 × 6, Plank 3 × 30 Sek.
👉
Praxistipp

Nach drei Kraftübungen merkst du am nächsten Tag Muskelkater? Normal am Anfang. Trainiere trotzdem locker weiter, Bewegung hilft. Bei Gelenkschmerzen aber pausieren und abklären lassen.

Für Fortgeschrittene

Trainingsplan für Boxer: fünf Tage und Wettkampf

Mehr Volumen, klare Phasen, gezielte Spitze

Kurz gesagt: Fortgeschrittene trainieren fünf bis sechs Mal pro Woche: drei bis vier Boxeinheiten und zwei Krafteinheiten. Vor einem Wettkampf verschiebt sich der Schwerpunkt von Maximalkraft zu Schnellkraft, in den letzten sieben bis zehn Tagen sinkt das Volumen deutlich.

Wie Profiboxer trainieren, ist für Hobbyboxer nur bedingt ein Vorbild: Profis haben Trainer, Physiotherapie und den ganzen Tag Zeit zur Erholung. Die Grundidee lässt sich aber übernehmen, nämlich das Jahr in Phasen zu teilen.

TagVormittag oder SchwerpunktAbend
MontagKraft UnterkörperBoxen Technik
DienstagKondition: IntervalleBoxen Pratzen
Mittwochfrei oder MobilitySparring leicht
DonnerstagKraft Oberkörper und SchnellkraftBoxen Technik
FreitagfreiSparring
SamstagKraftausdauer in Rundenfrei
Sonntagfreifrei

Trainingsplan zur Wettkampfvorbereitung

  • 8 bis 5 Wochen vorher: Grundkraft halten, Schnellkraft ausbauen (Sprünge, Würfe, schnelle Hantelbewegungen mit leichterem Gewicht).
  • 4 bis 2 Wochen vorher: Sparring in Wettkampfrunden, Kraft nur noch zweimal kurz und explosiv, Kondition rundenspezifisch.
  • Letzte 7 bis 10 Tage: Volumen um etwa die Hälfte senken, Intensität halten, viel schlafen. Keine neuen Übungen mehr.

Im olympischen Amateurboxen dauert ein Kampf drei Runden à drei Minuten, Profikämpfe gehen über bis zu zwölf Runden. Deine Konditionseinheiten sollten genau dieses Muster abbilden.

Übungen

Die besten Kraftübungen für Boxer

Unterkörper, Oberkörper und Rumpf

Kurz gesagt: Für Boxer zählen mehrgelenkige Übungen, die Kraft vom Boden bis in die Faust übertragen. Kniebeuge, Hip Thrust und Kreuzheben für die Beine, Bankdrücken, Klimmzug und Rudern für den Oberkörper, dazu Anti-Rotation und Rotationswürfe für den Rumpf. Isoliertes Bizepstraining kannst du streichen.

🦵

Unterkörper: der Motor

Kniebeuge 3 bis 5 × 3 bis 6, Hip Thrust 3 × 8, Ausfallschritte 3 × 8 je Seite. Ein Haken beginnt im Boden, nicht in der Schulter.

💪

Oberkörper: Drücken

Bankdrücken 4 × 6, Schrägbankdrücken 3 × 8, explosive Liegestütze 3 × 6. Für Jab, Cross und Haken.

🧗

Oberkörper: Ziehen

Klimmzüge 3 bis 4 × max., Rudern 3 × 8 bis 10. Für Deckung, Clinch und gesunde Schultern.

🌀

Rumpf: Stabilität

Plank 3 × 30 bis 60 Sek., Pallof Press 3 × 12, Hängendes Beinheben 3 × 10. Überträgt die Kraft aus der Hüfte.

⚡

Rumpf: Rotation

Medizinball-Rotationswürfe 3 × 6 je Seite, Medizinball-Slams 3 × 8, Kabelrotation 3 × 10.

🦶

Füße und Waden

Seilspringen, Wadenheben, Skippings. Für leichte Beinarbeit über viele Runden.

Schultergesundheit: Halte Drück- und Zugübungen ungefähr im Verhältnis 1 zu 1. Boxen belastet die vordere Schulter stark, Rudern und Klimmzüge gleichen das aus.

Sicherheit: Knie zeigen in Richtung Zehen, der Rücken bleibt neutral, das Gewicht steigt langsam. Keine Maximalversuche ohne Aufwärmen und ohne Erfahrung.

👉
Praxistipp

Boxen und Bodybuilding kombinieren geht, aber mit Ziel: Mehr Muskeln heißt mehr Körpergewicht und eventuell eine andere Gewichtsklasse. Für Schlagkraft bringt dir ein schneller, starker Körper mehr als reine Masse.

Explosivität

Schnellkraft und Schlagkraft trainieren

Wie du Kraft schnell auf die Faust bringst

Kurz gesagt: Schnellkraft trainierst du mit wenigen, maximal schnellen Wiederholungen und vollen Pausen: Sprünge, Medizinballwürfe und Hantelübungen mit mittlerem Gewicht, die du so schnell wie möglich bewegst. Drei bis fünf Wiederholungen, zwei bis drei Minuten Pause.

Schlagkraft entsteht, wenn viel Kraft in sehr kurzer Zeit wirkt. Ein Schlag dauert nur Sekundenbruchteile, deshalb reicht Maximalkraft allein nicht. Das Training dafür ist kurz, intensiv und sollte am Anfang einer Einheit stehen, solange du frisch bist.

ÜbungSätze × Wdh.Worauf achten
Sprungkniebeuge oder Box Jump3 bis 4 × 3 bis 5Weich landen, zwischen den Sprüngen kurz neu ansetzen
Medizinball-Stoß aus der Boxstellung4 × 5 je SeiteAus Bein und Hüfte stoßen, nicht nur aus dem Arm
Medizinball-Rotationswurf an die Wand3 × 6 je SeiteHüfte zuerst, Schulter folgt
Explosive Liegestütze3 × 5Hände lösen sich kurz vom Boden
Schnelle Kniebeuge mit 40 bis 60 Prozent4 × 3Jede Wiederholung so schnell wie möglich nach oben

Wie direkt das wirkt, zeigt eine Folgestudie: Acht Boxer der brasilianischen Nationalmannschaft machten in einer Woche drei Schnellkrafteinheiten mit Sprungkniebeugen, halben Kniebeugen und Bankdrücken, jeweils mit dem Gewicht, bei dem sie am meisten Leistung brachten. Danach war ihre Schlagwucht um etwa 8 Prozent höher, und der Zuwachs ließ sich vor allem auf die Beinkraft zurückführen (Loturco und Kollegen, 2021). Für Hobbyboxer gilt: Schnellkraft wirkt nur, wenn die Technik sitzt. Kombiniere die Übungen deshalb mit Schlagserien am Sandsack, zum Beispiel drei Würfe, danach direkt fünf schnelle Schläge.

Kondition

Kraftausdauer und Ausdauer für Boxer

Damit die letzte Runde nicht die schwächste ist

Kurz gesagt: Trainiere Kraftausdauer so, wie ein Kampf abläuft: in Runden von drei Minuten mit einer Minute Pause. Ein Zirkel aus vier bis fünf Übungen, drei bis fünf Runden, einmal pro Woche. Dazu ein- bis zweimal kurze Intervalle statt langer Dauerläufe.

Runde (3 Min.)Übungen im Wechsel, je 30 Sekunden
Runde 1Kettlebell-Swings, Schattenboxen schnell
Runde 2Liegestütze, Sandsack Serien
Runde 3Ausfallschritte im Wechsel, Medizinball-Slams
Runde 4Burpees, Sandsack nur Haken
Runde 5Seilspringen schnell, Plank

Zwischen den Runden eine Minute Pause, wie in der Ringecke. Für die Grundlagenausdauer reichen ein- bis zweimal pro Woche 20 bis 30 Minuten lockeres Laufen oder Radfahren. Mehr bremst eher den Kraftaufbau, wie die Studienlage zum Concurrent Training zeigt.

Wie viel Bewegung insgesamt sinnvoll ist, beschreibt die Weltgesundheitsorganisation: Erwachsene sollten sich mindestens 150 bis 300 Minuten pro Woche moderat bewegen und an mindestens zwei Tagen muskelkräftigende Übungen machen (WHO, 2020). Mit diesem Plan liegst du deutlich darüber.

Ohne Studio

Trainingsplan Boxen für zuhause

Krafttraining ohne Fitnessstudio

Kurz gesagt: Ohne Studio ersetzt du die Langhantel durch Körpergewicht, eine Kettlebell oder Widerstandsbänder. Schattenboxen, Seilspringen und Beinarbeit gehen überall. Ein eigener Boxsack macht das Heimtraining deutlich besser.

Statt im StudioZuhause
Kniebeuge mit LanghantelBulgarian Split Squat, Rucksack-Kniebeuge, Sprungkniebeuge
Hip ThrustEinbeiniges Hüftheben auf dem Sofa
BankdrückenLiegestütze, erhöhte Füße, explosive Liegestütze
Klimmzug und RudernTürreck, Rudern am Tisch, Band-Rudern
MedizinballSchwerer Ball oder Wasserkanister, draußen gegen eine Wand
SandsackSchattenboxen mit leichten Kurzhanteln nur zum Aufwärmen, besser ein eigener Boxsack

Warum sich ein eigener Sack lohnt und worauf du beim Kauf achten solltest, steht im Beitrag Boxsack für zuhause.

Erholung

Regeneration und Ernährung für Boxer

Schlaf, Eiweiß und Entlastungswochen

Kurz gesagt: Mindestens ein freier Tag pro Woche, sieben Stunden Schlaf oder mehr, alle vier bis sechs Wochen eine leichtere Woche. Beim Essen zählen vor allem genug Eiweiß (etwa 1,6 g pro kg Körpergewicht), ausreichend Kohlenhydrate an Trainingstagen und viel Wasser.

  • Schlaf: Erwachsene brauchen regelmäßig mindestens sieben Stunden pro Nacht, das empfehlen die amerikanischen Schlafmediziner (Watson und Kollegen, 2015). Bei vier bis fünf Einheiten pro Woche eher mehr.
  • Eiweiß: Eine Meta-Analyse von 49 Studien fand oberhalb von etwa 1,6 g pro kg Körpergewicht und Tag keinen weiteren Zuwachs an Muskelmasse (Morton und Kollegen, 2018). Die International Society of Sports Nutrition nennt 1,4 bis 2,0 g für trainierende Menschen (Jäger und Kollegen, 2017).
  • Kohlenhydrate: Sie sind der Treibstoff für intensive Runden. An harten Tagen nicht sparen.
  • Trinken: Zwei bis drei Liter am Tag, an Trainingstagen mehr.
  • Entlastungswoche: Alle vier bis sechs Wochen etwa die Hälfte der Sätze, Technik bleibt.
⚠️

Jeden Tag hart

Ohne leichte Tage stagnierst du. Mindestens ein freier Tag, besser zwei.

🤕

Schmerz als Fortschritt

Muskelkater ist okay, Gelenkschmerz nicht. Bei stechenden oder anhaltenden Schmerzen pausieren.

📉

Keine Entlastung

Wer nie leichter trainiert, bleibt irgendwann auf der Stelle stehen.

Zum Mitnehmen

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Häufige Fragen

Trainingsplan Boxen: häufige Fragen

Kurze Antworten auf die Fragen, die wir im Training am häufigsten hören.

Wie oft sollte ein Boxer Krafttraining machen?

Zwei Krafteinheiten pro Woche sind für Hobbyboxer ideal, Einsteiger starten mit einer. Fortgeschrittene im Wettkampf trainieren zwei bis drei Mal Kraft, dann kürzer und explosiver. Wichtiger als die Zahl ist, dass zwischen schweren Krafteinheiten etwa 48 Stunden liegen.

Krafttraining vor oder nach dem Boxen?

Am besten an getrennten Tagen oder mit mindestens sechs Stunden Abstand. Wenn beides an einem Tag sein muss, kommt zuerst das, was dir wichtiger ist. Schnellkraft und schwere Sätze nie nach einem harten Sparring, weil ein müdes Nervensystem langsam macht und das Verletzungsrisiko steigt.

Wie passe ich den Plan an, wenn ich nur drei Tage pro Woche habe?

Nimm den 3-Tage-Plan aus diesem Artikel: zweimal Boxen, davon einmal mit einem 20-minütigen Kraftzirkel, und einmal Ganzkörperkraft. Isolationsübungen streichst du zuerst, Grundübungen und Technik bleiben.

Kann ich den Plan als Anfänger ohne Boxerfahrung nutzen?

Ja, aber mit weniger Volumen. Starte mit dem 3-Tage-Plan, zwei bis drei Sätzen pro Übung und Körpergewicht oder Kurzhanteln. In den ersten ein bis zwei Monaten stehen Technik und saubere Bewegungen im Vordergrund. Ein Trainer hilft dir, Fehler von Anfang an zu vermeiden.

Kann ich den Trainingsplan auch ohne Fitnessstudio machen?

Ja. Ersetze die Langhantel durch Bulgarian Split Squats, Liegestütze, Klimmzüge an der Türstange, Band-Rudern und eine Kettlebell. Schattenboxen, Seilspringen und Beinarbeit gehen überall. Ein eigener Boxsack macht das Heimtraining deutlich effektiver.

Wie schnell merke ich mehr Schlagkraft?

Die meisten spüren nach vier bis sechs Wochen mehr Druck im Schlag und einen stabileren Stand. Das sind zuerst Anpassungen des Nervensystems. Messbarer Kraftzuwachs zeigt sich meist nach acht bis zwölf Wochen, vorausgesetzt Technik, Schlaf und Ernährung stimmen.

Macht Krafttraining Boxer langsam?

Nein, wenn du richtig trainierst. Wenige Wiederholungen, schnelle Bewegungen und volle Pausen machen dich schneller. Langsam macht eher sehr viel Volumen bis zur Erschöpfung, wie im klassischen Bodybuilding, und fehlende Erholung.

Kann ich mit Boxen und Krafttraining abnehmen?

Ja. Die Kombination verbraucht viel Energie und erhält gleichzeitig die Muskulatur. Für Fettabbau brauchst du zusätzlich ein moderates Kaloriendefizit. Miss den Fortschritt nicht nur auf der Waage, sondern auch an Leistung und Wohlbefinden.

Wie viel Eiweiß braucht ein Boxer?

Etwa 1,6 g pro kg Körpergewicht und Tag decken den Bedarf beim Muskelaufbau, mehr bringt laut einer Meta-Analyse keinen zusätzlichen Zuwachs. Die International Society of Sports Nutrition nennt 1,4 bis 2,0 g für trainierende Menschen.

Gibt es den Trainingsplan als PDF?

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Quellen

  1. Loturco I et al.: Strength and Power Qualities Are Highly Associated With Punching Impact in Elite Amateur Boxers. J Strength Cond Res 2016; 30(1): 109 bis 116
  2. Loturco I et al.: Transference Effect of Short-Term Optimum Power Load Training on the Punching Impact of Elite Boxers. J Strength Cond Res 2021; 35(9): 2373 bis 2378
  3. Wilson JM et al.: Concurrent training: a meta-analysis examining interference of aerobic and resistance exercises. J Strength Cond Res 2012; 26(8): 2293 bis 2307
  4. Morton RW et al.: A systematic review, meta-analysis and meta-regression of the effect of protein supplementation on resistance training-induced gains in muscle mass and strength in healthy adults. Br J Sports Med 2018; 52(6): 376 bis 384
  5. Jäger R et al.: International Society of Sports Nutrition Position Stand: protein and exercise. J Int Soc Sports Nutr 2017
  6. Watson NF et al.: Recommended Amount of Sleep for a Healthy Adult. Sleep 2015; 38(6): 843 bis 844
  7. WHO Guidelines on Physical Activity and Sedentary Behaviour (2020)

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder trainingswissenschaftliche Einzelberatung. Bei Vorerkrankungen, Verletzungen oder Unsicherheit sprich vor dem Start mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Stand der Quellen: Oktober 2026.