Erwachsene, direkter Weg
Gelb, Orange, Grün, Blau je sechs Monate, Braun und Schwarz je ein Jahr.
mindestens 4 JahreKennenlerntage Koblenz Sonntag, 08. November Nur noch wenige Plätze frei
Kennenlerntage Köln-Rodenkirchen Sonntag, 15. November Plätze begrenzt
Beim Kickboxen gibt es keine weltweit einheitlichen Gürtel. In Deutschland richtet sich die Reihenfolge meist nach der Prüfungsordnung von WAKO Deutschland: Erwachsene starten mit Gelb und gehen über Orange, Grün, Blau und Braun zum Schwarzgurt (1. Meistergrad), mit optionalen Zwischengürteln. Kinder und Jugendliche haben eine eigene Reihe mit elf Stufen von weiß-gelb bis braun-schwarz, den Gelbgurt gibt es frühestens mit sieben Jahren. Zwischen zwei Prüfungen liegen meist sechs Monate, ab Braun ein Jahr. Für das Training reicht anfangs Sportkleidung, auf Dauer braucht dein Kind Handschuhe, Mundschutz, Schienbein und Fußschutz sowie Tiefschutz.
Dein Kind kommt vom Training nach Hause und fragt, wann es endlich den nächsten Gürtel bekommt. Oder du stehst selbst vor der Frage, ob sich eine Prüfung lohnt und was dort verlangt wird. Spätestens dann merkst du: Zum Thema Kickboxen Gürtel kursieren sehr unterschiedliche Antworten. Das liegt nicht an schlechten Recherchen, sondern daran, dass jeder Verband seine eigene Prüfungsordnung schreibt.
In diesem Ratgeber bekommst du die Gürtelreihenfolge des größten deutschen Kickboxverbands in zwei übersichtlichen Tabellen, erfährst, was bei einer Gürtelprüfung im Kickboxen geprüft wird, wie lange der Weg zum Schwarzgurt dauert und warum ein Gürtel aus einem anderen Verband anders aussehen kann. Im zweiten Teil geht es um die Ausrüstung für Kinder: welche Schienbeinschoner im Kickboxen erlaubt sind, ab wann ein Mundschutz sinnvoll ist und was du am Anfang getrost weglassen kannst.
Das Prüfungsprogramm für Erwachsene nach WAKO Deutschland
Kurz gesagt: Im Prüfungsprogramm für Erwachsene von WAKO Deutschland gibt es fünf Pflichtgürtel (Gelb, Orange, Grün, Blau, Braun) und vier Meistergrade im Schwarzgurt. Dazwischen kann ein Verein optionale Zwischengürtel wie gelb-orange oder blau-braun vergeben.
Der Bundesfachverband für Kickboxen, kurz BFVKB oder WAKO Deutschland, ist der Kickboxverband im Deutschen Olympischen Sportbund. Seine Prüfungsordnung mit Stand 20.01.2019 regelt, welche Gürtel es gibt, welche Vorbereitungszeit zwischen zwei Prüfungen liegt und was in jeder Stufe gezeigt werden muss. Wenn ein Verein in Deutschland von „Kickboxen Gürtelfarben“ spricht, meint er sehr oft genau diese Reihenfolge.
| Stufe | Gürtel | Vorbereitungszeit |
|---|---|---|
| 1 | Gelbgurt | 6 Monate |
| 1a | Gelb-Orangegurt (optional) | 6 Monate |
| 2 | Orangegurt | 6 Monate |
| 2a | Orange-Grüngurt (optional) | 6 Monate |
| 3 | Grüngurt | 6 Monate |
| 3a | Grün-Blaugurt (optional) | 6 Monate |
| 4 | Blaugurt | 6 Monate |
| 4a | Blau-Braungurt (optional) | 6 Monate |
| 5 | Braungurt | 1 Jahr |
| 5a | Braun-Schwarzgurt (optional) | 1 Jahr |
| 1. Meistergrad | Schwarzgurt | 1 Jahr |
| 2. Meistergrad | Schwarzgurt | 2 Jahre |
| 3. Meistergrad | Schwarzgurt | 3 Jahre |
| 4. Meistergrad | Schwarzgurt | 4 Jahre |
Zwei Dinge fallen an dieser Tabelle auf. Erstens gibt es bei Erwachsenen keinen weißen Gürtel: Wer neu anfängt, trainiert ohne Gurt oder mit weißem Gürtel nach Vereinsbrauch und legt als erste offizielle Prüfung den Gelbgurt ab. Zweitens sind die Zwischengürtel ausdrücklich freiwillig. Die Prüfungsordnung erlaubt dafür auch andere Bezeichnungen, etwa weiß-orange statt gelb-orange. Wenn du also in zwei Vereinen leicht unterschiedliche Kombinationen siehst, ist das kein Widerspruch.
Höhere Meistergrade als den vierten gibt es im BFVKB nur durch Verleihung, nicht durch Prüfung. Der erste Meistergrad dagegen kann nur durch eine Prüfung erworben werden. Nach bestandener erster Meistergradprüfung bekommst du den Schwarzgurt überreicht.
Elf Stufen, feste Mindestalter und ein Jugendschwarzgurt
Kurz gesagt: Kinder und Jugendliche von sieben bis siebzehn Jahren durchlaufen bei WAKO Deutschland eine eigene Reihe mit elf Gürteln. Sie beginnt mit weiß-gelb und endet mit braun-schwarz, dem sogenannten Jugendschwarzgurt. Für Blau-Braun, Braun und Braun-Schwarz gelten feste Mindestalter von 14, 16 und 17 Jahren.
Die Kinderreihe ist feiner gestuft als das Erwachsenenprogramm, weil Kinder schneller kleine Ziele brauchen. Zwischen den ersten Gürteln liegen deshalb nur drei bis sechs Monate. Wichtig ist der Satz aus der Prüfungsordnung: Der Gelbgurt ist frühestens ab dem 7. Lebensjahr möglich. Kinder unter sieben Jahren sammeln vorher Zwischengürtel mit Weiß, also weiß-gelb, weiß-orange, weiß-grün und weiß-blau. Diese Gürtel müssen nicht an den Verband gemeldet werden, werden aber im WAKO-Kinderpass eingetragen. Ab dem Gelbgurt braucht dein Kind einen WAKO-Sportpass.
| Stufe | Gürtel | Alter laut Ordnung | Ausbildungszeit |
|---|---|---|---|
| 1 | weiß-gelb | 6 bis 13 Jahre | mind. 3 bis 6 Monate |
| 2 | gelb | 7 bis 13 Jahre | mind. 3 bis 6 Monate |
| 3 | gelb-orange | 7 bis 13 Jahre | mind. 6 Monate |
| 4 | orange | 8 bis 13 Jahre | mind. 6 Monate |
| 5 | orange-grün | 8 bis 13 Jahre | mind. 6 Monate |
| 6 | grün | 9 bis 13 Jahre | mind. 6 Monate |
| 7 | grün-blau | 9 bis 13 Jahre | mind. 6 Monate |
| 8 | blau | 10 bis 13 Jahre | mind. 6 Monate |
| 9 | blau-braun | ab 14 Jahren | mind. 6 Monate |
| 10 | braun | ab 16 Jahren | mind. 6 Monate |
| 11 | braun-schwarz | ab 17 Jahren | mind. 6 Monate |
Die Altersangaben bis zum Blaugurt beschreiben den Bereich, für den die jeweilige Stufe gedacht ist. Ab Blau-Braun sind es harte Untergrenzen. Für Kinder und Jugendliche gibt es keine Meistergradprüfung. Der braun-schwarze Gürtel heißt deshalb Jugendschwarzgurt, er entspricht aber ausdrücklich keinem Meistergrad. Wer mit 18 den echten Schwarzgurt möchte, kann nach Vollendung des 18. Lebensjahres und der Vorbereitungszeit zur ersten Meistergradprüfung der Erwachsenen zugelassen werden.
Wechselt ein Jugendlicher vorher ins Erwachsenenprogramm, verlangt die Ordnung eine sechsmonatige Reife und Trainingsphase. Danach wird die aktuelle Gürtelfarbe nach den Kriterien der Erwachsenen noch einmal geprüft. Bei einem Zwischengürtel wie grün-blau ist die nächsthöhere Erwachsenenstufe fällig, in diesem Fall Blau. Die Prüfungsordnung erlaubt außerdem, dass Vereine das Erwachsenenprogramm auch für Kinder und Jugendliche verwenden.
Frag im Verein nicht nur „Wann ist die nächste Prüfung?“, sondern auch „Nach welcher Prüfungsordnung prüft ihr?“. Die Antwort sagt dir, welche Farbe als Nächstes kommt, wie lange es mindestens dauert und ob der Gürtel bei einem Umzug in einen anderen Verein weiter zählt.
Jede Farbe steht für bestimmte Techniken und ein Theoriethema
Kurz gesagt: Die Gürtelfarben im Kickboxen haben keine symbolische Bedeutung wie in manchen traditionellen Kampfkünsten. Sie stehen für einen Ausbildungsstand: Mit jeder Farbe kommen neue Hand und Fußtechniken, neue Verteidigungsformen und ein Theoriethema dazu.
Im Programm für Erwachsene baut jede Stufe auf der vorigen auf. Die Handtechniken sind mit dem Grüngurt vollständig geprüft, die Fußtechniken im Prinzip mit dem Braungurt. Beim Schwarzgurt kommen Sprung und Doppeltritte dazu.
| Gürtel | Neue Handtechniken | Neue Fußtechniken | Theorie |
|---|---|---|---|
| Gelb | Gerade Schläge, Faustrückenschlag | Vorwärtstritt | Notwehr |
| Orange | Seitwärtshaken | Halbkreistritt | Regelkunde Point Fighting |
| Grün | Aufwärtshaken | Seitwärtstritt | Regelkunde Leicht und Vollkontakt |
| Blau | Handtechniken als Dubletten | Außenristtritt, Axttritt | Regelkunde Formen, Geschichte des Kickboxens |
| Braun | Wiederholung Stufe 1 bis 4 | Hakentritt, Fußfeger | Lehrbeispiel Technikvermittlung |
| Schwarz | Wiederholung Stufe 1 bis 4 | Tritte im Sprung, Doppeltritte | Stufe 1 bis 5, Erste Hilfe, drei Lehrgänge |
Ab dem Grüngurt ändert sich die Prüfung spürbar. Ab dieser Stufe wird Modellsparring geprüft, also Angriff und Verteidigung mit festen Rollen. Zusätzlich kann der Prüfer freies Sparring verlangen. Ab dem Blaugurt kommt der Kreiskampf dazu: Mehrere Partner stehen im Kreis um dich und greifen nacheinander an. Für den Schwarzgurt brauchst du außerdem den Nachweis eines Erste Hilfe Kurses und von drei kickboxspezifischen Lehrgängen, einer davon muss ein Kampfrichterlehrgang sein.
Bei Kindern ist die Bedeutung der Farben breiter. Neben Kickboxtechniken prüft die Ordnung allgemeine Bewegung, soziales Verhalten und Selbstverteidigung. Für den weiß-gelben Gürtel zeigt ein Kind zum Beispiel einen Hampelmann, das Stehen auf einem Bein und einen geraden Purzelbaum vorwärts, dazu die Kickboxhaltung, Gerade, Faustrückenschlag, Vorwärtstritt und Halbkreistritt. Beim Gelbgurt kommen Abwehr und Gegenangriff, ein Mannschaftsspiel mit Blick auf Teamfähigkeit und die Abwehr gegen eine Ohrfeige dazu. Beim braunen Gürtel sollen Jugendliche Strategien zur Deeskalation erklären können, etwa Hilfe holen, ignorieren oder weggehen.
Ein Gürtel im Kickboxen zeigt nicht, wie hart jemand zuschlägt, sondern was er sicher beherrscht und erklären kann.
Acht Prüfungsblöcke, Schulnoten und eine klare Grenze
Kurz gesagt: Eine Gürtelprüfung im Kickboxen besteht bei Erwachsenen aus bis zu acht Blöcken von der Kampfstellung bis zur Theorie. Jeder Block bekommt eine Schulnote. Bestanden hast du mit einem Durchschnitt von 3,5 oder besser, eine einzelne 6 lässt sich aber nicht ausgleichen.
Die acht Prüfungsblöcke für Erwachsene sind laut Prüfungsordnung:
Beim Gelbgurt nur die Fortbewegung in der Kampfstellung, ab Orange Schattenkickboxen mit den Techniken aller bisherigen Stufen.
Hand und Fußtechniken der aktuellen Stufe als Einzeltechniken, meist an der Pratze.
Hand, Fuß und Hand-Fuß-Kombinationen, zum Beispiel vordere Gerade und hintere Gerade.
Gegen jede Technik ein einfaches Verteidigungskonzept mit Gegenangriff. Gezeigt wird nur aktive Verteidigung.
Ab Grüngurt, mit festen Rollen von Angreifer und Verteidiger.
Kann ab Grüngurt verlangt werden. Schutzausrüstung ist Pflicht.
Fallschule und Abwehr vorgegebener Angriffe, ab Blaugurt zusätzlich der Kreiskampf.
Ein Thema pro Stufe, von Notwehr beim Gelbgurt bis zum Lehrbeispiel beim Braungurt.
Die Bewertung ist streng geregelt. Jeder Block bekommt eine Note von 1 bis 6, daraus wird der Mittelwert gebildet. Mit 3,5 oder besser ist die Prüfung bestanden. Ein schwacher Block kann also durch einen starken ausgeglichen werden. Nur die Note 6 ist nicht ausgleichbar: Wird ein Block mit 6 bewertet, gilt die ganze Prüfung als nicht bestanden.
Auch der Rahmen ist festgelegt. Prüfungen sind grundsätzlich öffentlich, Eltern dürfen also zuschauen. Bei einer Schülergradprüfung muss mindestens ein Prüfer mit gültiger Lizenz dabei sein, empfohlen wird zusätzlich ein Fremdprüfer aus einem anderen Verein. Wer antritt, muss einem Mitgliedsverein angehören, die Vorbereitungszeit eingehalten haben, einen gültigen WAKO-Sportpass vorlegen und den Gürtel der aktuellen Stufe tragen. Schmuck und Piercings sind nicht erlaubt. Die Prüfung beginnt mit einem gemeinsamen Angrüßen als Anfangsritual und endet mit dem Abgrüßen und der Übergabe der Urkunden. Die Höhe der Prüfungsgebühr legt der ausrichtende Verein fest.
Wie oft geprüft wird, entscheidet der Verein. Ein Beispiel: Beim PSV Mainz finden Gürtelprüfungen grundsätzlich einmal im Jahr statt, die Kinderprüfung in der Regel vor den Sommerferien. Andere Vereine prüfen häufiger. Die Mindestzeit aus der Ordnung ist also nur die Untergrenze, der tatsächliche Abstand hängt vom Prüfungskalender ab.
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Probestunde sichernRechenbeispiele aus den Vorbereitungszeiten
Kurz gesagt: Als Erwachsener brauchst du nach der Prüfungsordnung von WAKO Deutschland mindestens vier Jahre bis zum Schwarzgurt, mit allen optionalen Zwischengürteln eher siebeneinhalb Jahre. Für Kinder ist der Schwarzgurt frühestens nach dem 18. Geburtstag möglich, egal wann sie anfangen.
Die Rechnung für Erwachsene ohne Zwischengürtel sieht so aus: Gelb, Orange, Grün und Blau je sechs Monate, das sind zwei Jahre. Dazu kommt ein Jahr bis zum Braungurt und ein weiteres Jahr bis zum 1. Meistergrad. Zusammen sind das 48 Monate. Wer alle Zwischengürtel mitnimmt, kommt auf acht Stufen mit je sechs Monaten und drei Stufen mit je einem Jahr, also 90 Monate. Das sind Mindestzeiten bei regelmäßigem Training und bestandenen Prüfungen. Prüft dein Verein nur einmal im Jahr, verlängert sich der Weg entsprechend.
Gelb, Orange, Grün, Blau je sechs Monate, Braun und Schwarz je ein Jahr.
mindestens 4 JahreAcht Stufen mit sechs Monaten, dazu Braun, Braun-Schwarz und Schwarz mit je einem Jahr.
mindestens 7,5 JahreElf Stufen bis braun-schwarz, gebremst durch die Mindestalter 14, 16 und 17. Der Meistergrad folgt frühestens mit 18.
Jugendschwarzgurt ab 17Für Kinder spielt die reine Rechnung kaum eine Rolle, weil die Mindestalter den Takt vorgeben. Ein Kind, das mit sieben den Gelbgurt macht und alle sechs Monate weiterkommt, wäre rechnerisch mit gut elf Jahren beim Blaugurt. Danach wartet es bis 14 auf Blau-Braun, bis 16 auf Braun und bis 17 auf Braun-Schwarz. Das ist gewollt: Die höheren Gürtel verlangen Sparring über Wettkampfdistanz, Abwehr gegen Waffen und Wissen über Notwehr, und das passt nicht zu einem Zehnjährigen.
Für dich als Elternteil heißt das: Ein Gürtel pro Jahr ist im Kickboxen ein gutes Tempo. Wichtiger als die Geschwindigkeit ist, dass dein Kind zwischen den Prüfungen dranbleibt. Genau dafür sind die kleinen Stufen am Anfang gedacht.
WAKO, WKU, WKA, ISKA und die Folgen für dich
Kurz gesagt: Kickboxen hat keine zentrale Stelle, die Gürtel für alle festlegt. In Deutschland ist WAKO Deutschland der Verband im DOSB, daneben gibt es privatrechtliche Verbände wie WKU, WKA oder ISKA mit eigenen Prüfungsprogrammen. Farbfolge, Startgürtel und Zahl der Meistergrade können dort abweichen.
Im Judo vergibt in Deutschland ein einziger Verband alle Gürtel, mehr dazu in unserem Ratgeber Judo verstehen. Im Kickboxen ist das anders. Der Bundesfachverband für Kickboxen zählt laut DOSB-Bestandserhebung 2025 37.200 Mitgliedschaften in 367 Vereinen (Stichtag 01.01.2025). Zum Vergleich: Der Deutsche Karate Verband kommt auf 155.335. Viele Kickboxschulen gehören aber gar keinem Verband im DOSB an oder einem der privaten Verbände, deren Zahlen nicht in dieser Statistik stehen.
Das hat praktische Folgen. Die Prüfungsordnung von WAKO Deutschland sagt ausdrücklich, dass Meistergrade anderer Kickboxverbände nicht anerkannt werden können. Außerdem dürfen die Landesverbände und ihre Mitglieder außerhalb des BFVKB keine Kickboxprüfungen veranstalten. Ein schwarzer Gürtel aus einem anderen Verband ist also nicht automatisch ein Schwarzgurt im WAKO-System, und umgekehrt.
Im Wettkampf selbst spielt der Gürtel übrigens kaum eine Rolle. Das Point-Fighting-Regelwerk von WAKO Deutschland erlaubt lediglich, den Budo-Gürtel zur Kampfkleidung zu tragen. Eingeteilt wird nach Altersklassen und Gewichtsklassen, nicht nach Farbe.
In welchem Verband seid ihr? Nach welcher Prüfungsordnung prüft ihr? Wer nimmt die Prüfungen ab, ein Trainer aus dem eigenen Verein oder auch Fremdprüfer? Mit diesen drei Antworten kannst du jeden Kickboxgürtel einordnen.
Was am Anfang reicht und was später dazukommt
Kurz gesagt: Für die ersten Trainings reicht bequeme Sportkleidung. Sobald dein Kind mit Partner übt, braucht es eigene Handschuhe, einen Mundschutz, Schienbein und Fußschutz und einen Tiefschutz. Kopfschutz und bei jüngeren Kindern eine Gesichtsmaske kommen spätestens für Sparring und Wettkampf dazu.
Welche Schutzausrüstung im Wettkampf Pflicht ist, steht im Point-Fighting-Regelwerk von WAKO Deutschland (Version 2021). Point Fighting ist die Disziplin, in der Kinder antreten. Dort gilt:
| Ausrüstung | Vorgabe im Point Fighting | Wann im Training? |
|---|---|---|
| Kopfschutz | mit WAKO-Zulassungsmarke, schützt Stirn, Schläfen, Ohren, Hinterkopf und oberen Kiefer | ab Partnerübungen mit Kontakt |
| Gesichtsmaske | nur für die Altersklassen U10 und U13 | wie Kopfschutz |
| Mundschutz | weich, angepasst, freies Atmen; nicht über einer Zahnspange ohne Attest | ab den ersten Partnerübungen |
| Handschuhe | offene Point-Fighting-Handschuhe mit Zulassungsmarke, ohne Schnürung | nach wenigen Wochen |
| Schienbeinschutz | weicher Schaumstoff, ohne Spannschutz, unter der Hose | sobald getreten wird |
| Fußschützer | ein Stück, bedeckt Spann, Zehen und Ferse, Sohle frei | sobald getreten wird |
| Tiefschutz | Pflicht für alle Altersklassen, für Jungen und Mädchen | ab Partnerübungen |
| Brustschutz | für Kämpferinnen ab Jugend A, vorher wenn die Brust erkennbar ist | nach Bedarf |
T-Shirt, lange Sporthose, Wasserflasche. Trainiert wird meist barfuß auf der Matte. Die ersten Techniken übt dein Kind an Pratzen, nicht am Partner.
Nichts kaufenHandschuhe, Mundschutz, Schienbein und Fußschutz, Tiefschutz. Kauf erst, wenn dein Kind sicher dabeibleiben will, und frag den Trainer nach Größe und Modell.
GrundausstattungKopfschutz mit Zulassungsmarke, bei Kindern bis U13 mit Gesichtsmaske. Für Turniere gilt immer die jeweilige Ausschreibung.
Schutz komplettAchte beim Kauf auf zwei Dinge. Erstens auf die Zulassungsmarke, wenn dein Kind irgendwann an Turnieren teilnehmen soll: Kopfschutz und Handschuhe ohne Marke sind dort nicht erlaubt. Zweitens auf die Größe. Kinderausrüstung wächst nicht mit. Ein zu großer Schienbeinschoner verrutscht, ein zu großer Kopfschutz rutscht über die Augen. Viele Vereine haben Leihausrüstung für den Anfang, frag danach, bevor du ein ganzes Set bestellst. Wie Ausrüstung im Boxen aussieht, liest du in unserem Beitrag Boxtraining für Anfänger.
Welche Modelle erlaubt sind und woran du einen guten erkennst
Kurz gesagt: Im Point Fighting sind nur Schienbeinschoner aus weichem, elastischem Schaumstoff erlaubt, die das Schienbein von unterhalb des Knies bis zum Knöchel bedecken und mit mindestens zwei elastischen Klettbändern an der Wade sitzen. Hartplastik, Metall, Holz und strumpfartige Schützer mit Spann sind verboten.
Schienbeinschoner sind das Teil der Kickboxausrüstung, nach dem am meisten gesucht wird. Das ist kein Zufall: Ohne Schutz tut jeder Tritt gegen Arm oder Schienbein des Partners weh, und Kinder verlieren schnell die Lust, wenn Üben schmerzt. Das Point-Fighting-Regelwerk beschreibt genau, was erlaubt ist:
Im Point Fighting trägt dein Kind also zwei getrennte Teile: den Schienbeinschoner ohne Spannschutz und einen eigenen Fußschützer. In anderen Disziplinen und in vielen Trainingsgruppen sind auch Schienbein-Spann-Schützer aus einem Stück verbreitet. Bevor du kaufst, frag deshalb den Trainer, welche Disziplin in der Gruppe trainiert wird.
Der Schoner reicht vom Knie bis kurz über den Knöchel und verrutscht beim Treten nicht. Lass dein Kind im Laden ein paar Tritte und Kniebeugen machen.
Für Kinder ist weicher Schaumstoff richtig. Harte Schalen gehören eher in den Fußball als ins Kickboxtraining.
Nach dem Training aus der Tasche nehmen und trocknen lassen. Schaumstoff, der dauerhaft feucht bleibt, riecht schnell und hält kürzer.
Kinderschoner sind nach ein bis zwei Wachstumsschüben zu kurz. Gebrauchte Schoner aus dem Verein sind für den Anfang eine gute Lösung.
Was Regelwerk und Verbraucherschutz dazu sagen
Kurz gesagt: Ein Mundschutz gehört beim Kickboxen mit Partnerkontakt zur Pflichtausrüstung. Laut Stiftung Warentest ist er ab dem Durchbruch der ersten bleibenden Zähne sinnvoll, bei Sportarten mit Verletzungsrisiko aber auch schon für Kinder mit Milchgebiss. Trägt dein Kind eine Zahnspange, brauchst du eine Lösung mit der Zahnärztin oder dem Zahnarzt.
Das Point-Fighting-Regelwerk verlangt einen Mundschutz aus elastischem, weichem Material, der dem Mund angepasst ist, freies Atmen erlaubt und nicht aus dem Mund herausragt. Ein Mundschutz über einer Zahnspange ist nicht erlaubt, außer mit einem zahnärztlichen Attest, das dies ausdrücklich genehmigt. Wer für Ober und Unterkiefer eine Zahnspange trägt, braucht einen doppelten Zahnschutz für beide Kiefer.
Im Handel gibt es fertige Modelle, Modelle zum Anpassen mit heißem Wasser und individuell angefertigte Schienen vom Zahnarzt. Stiftung Warentest weist darauf hin, dass ein Zahnarzt beim Anfertigen für Kinder den Zahnwechsel ein bis zwei Jahre im Voraus berücksichtigen kann. Für den Einstieg reicht oft ein anpassbares Modell aus dem Sporthandel. Wichtig ist, dass dein Kind den Mundschutz wirklich trägt und nicht in der Tasche lässt, weil er drückt.
Beim Kopfschutz schreibt das Regelwerk vor, dass er Stirn, Kopf von oben, Schläfen, Hinterkopf, Ohren und den oberen Kieferknochen bedeckt und weder Gesicht noch Sichtfeld einschränkt. Für die Altersklassen U10 und U13 kommt eine Gesichtsmaske dazu. Zur Frage, wie sicher Kickboxen für Kinder insgesamt ist und was die Studien zu Kopftreffern sagen, findest du eine ehrliche Einordnung in unserem Grundlagenartikel Kickboxen: Regeln, Gürtel und ab welchem Alter Kinder dürfen.
Mundschutz in der Box, Schoner trocken, Handschuhe ohne Risse, Fingernägel kurz, kein Schmuck. Diese fünf Punkte stehen in ähnlicher Form auch in jeder Prüfungsordnung, und sie machen das Training für alle sicherer.
Gürtel ab 7, Matte für Kinder, Ring frühestens ab 15
Kurz gesagt: Ein festes Mindestalter für den Trainingsbeginn gibt es nicht. Den ersten offiziellen Gürtel, den Gelbgurt, vergibt WAKO Deutschland ab sieben Jahren. Im Wettkampf starten Kinder ab sieben ausschließlich in den Mattendisziplinen, die Ringdisziplinen wie Full Contact, Low Kick und K-1 sind erst ab 15 Jahren offen.
Die europäische WAKO teilt die Altersklassen so ein: In den Mattendisziplinen Point Fighting, Light Contact, Kick Light und Formen gibt es Kinder mit 7 bis 9 Jahren, jüngere Kadetten mit 10 bis 12 und ältere Kadetten mit 13 bis 15. In den Ringdisziplinen beginnen die Altersklassen erst mit den jüngeren Junioren von 15 bis 16 Jahren. Vollkontakt im Ring ist für Kinder damit ausgeschlossen.
Für das Training jüngerer Kinder setzt die Prüfungsordnung klare Schwerpunkte. Das Kinderprogramm soll Bewegungsmängel abbauen, Koordination, Dehnung, Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit fördern, Kinder altersgerecht an das Kickboxen heranführen und soziale Verantwortung üben. Ein Satz aus dem Abschnitt zu den Ausbildungszielen bringt es auf den Punkt: „Gürtelprüfung = Reifeprüfung“. Geprüft wird also auch, ob ein Kind sich so verhält, wie es zu seinem neuen Gürtel passt. Selbstverteidigung soll kindgerecht, realistisch und kurz sein und Konfliktvermeidung in den Mittelpunkt stellen.
Wenn du noch nicht sicher bist, ob Kickboxen oder eine andere Kampfsportart besser zu deinem Kind passt, hilft dir unser Überblick Kampfsport für Kinder: Welche Kampfsportart passt ab welchem Alter? und der große Vergleich der Kampfsportarten.
Kleine Etappen statt langer Wartezeit
Kurz gesagt: Die KopfKörperSchule vergibt keine WAKO-Gürtel. Wir unterrichten ein eigenes System, das Techniken aus Karate, Kickboxen und Selbstverteidigung verbindet, und haben dafür ein eigenes Gürtelsystem für Kinder von 3 bis 14 Jahren entwickelt.
Die Idee dahinter kennst du aus den Kickbox-Prüfungsordnungen: Ein langer Weg wird in kleine Ziele zerlegt. Bei uns sieht das so aus. Im Kindergartenbereich von 3 bis 6 Jahren gibt es sechs Stufen mit Klettgürteln. Ab dem Grundschulalter bekommt jedes Kind einen klassischen weißen Bindegürtel, danach folgt eine Gürtelleiter mit 15 Stufen. Auf dem Weg zum nächsten Gürtel sammelt dein Kind Stempel auf seiner Stempelkarte, legt drei kurze Teilprüfungen ab und zeigt in einer Werteprüfung, dass Respekt und Disziplin auch im Alltag funktionieren. Ab dem Grüngurt gibt es vier feste Prüfungstermine im Jahr. Wie das im Detail abläuft, liest du auf der Seite Unser Motivationssystem.
Ein KKS-Gürtel sagt also nichts über den Stand in einem Kickboxverband aus, und das soll er auch nicht. Er zeigt deinem Kind und dir, dass es dranbleibt und Woche für Woche besser wird. Kinder trainieren bei uns in Bonn-Endenich, Sankt Augustin, Köln-Rodenkirchen und Koblenz-Lützel, Erwachsene ab 15 Jahren in Bonn-Endenich. Welche Altersgruppen es an welchem Standort gibt, siehst du in der Standortübersicht. Ob das zu deinem Kind passt, erkennst du in einer Probestunde deutlicher als in jedem Text.
Regeln, Disziplinen, Sicherheit und Alter.
Stile, Gürtelfarben und wie du anfängst.
Vom weiß-gelben bis zum schwarzen Gürtel.
Techniken, Regeln und der Unterschied zum Kickboxen.
Die Fragen, die Eltern und Einsteiger am häufigsten stellen.
Bei WAKO Deutschland gibt es für Erwachsene Gelb, Orange, Grün, Blau und Braun, optionale Zwischengürtel und vier Meistergrade im Schwarzgurt. Kinder und Jugendliche haben eine eigene Reihe mit elf Stufen von weiß-gelb bis braun-schwarz. Andere Verbände nutzen teils andere Farben.
Für Erwachsene nach WAKO Deutschland: Gelb, Gelb-Orange, Orange, Orange-Grün, Grün, Grün-Blau, Blau, Blau-Braun, Braun, Braun-Schwarz und Schwarz. Die Zwischengürtel sind optional. Kinder beginnen mit weiß-gelb und enden mit braun-schwarz, dem Jugendschwarzgurt.
Nach der Prüfungsordnung von WAKO Deutschland mindestens vier Jahre ohne Zwischengürtel und etwa siebeneinhalb Jahre mit allen Zwischengürteln. Der erste Meistergrad ist frühestens nach dem 18. Geburtstag möglich. Prüft der Verein seltener, dauert es länger.
Bei WAKO Deutschland frühestens ab dem 7. Lebensjahr. Jüngere Kinder sammeln vorher Zwischengürtel mit Weiß, zum Beispiel weiß-gelb oder weiß-orange, die im WAKO-Kinderpass eingetragen werden.
Bei Erwachsenen bis zu acht Blöcke: Kampfstellung und Schattenkickboxen, Grundtechniken, Kombinationen, Abwehrkombinationen, Modellsparring, freies Sparring, Selbstverteidigung und Theorie. Bei Kindern kommen allgemeine Bewegungsaufgaben und soziales Verhalten dazu.
Jeder Prüfungsblock bekommt eine Schulnote von 1 bis 6. Bestanden ist die Prüfung mit einem Durchschnitt von 3,5 oder besser. Eine einzelne Note 6 kann nicht ausgeglichen werden, dann gilt die ganze Prüfung als nicht bestanden.
Nein. Jeder Verband hat eine eigene Prüfungsordnung. WAKO Deutschland erkennt Meistergrade anderer Kickboxverbände ausdrücklich nicht an. Frag beim Vereinswechsel immer nach, wie bisherige Gürtel angerechnet werden.
Am Anfang nur Sportkleidung. Mit Partnerübungen kommen Handschuhe, Mundschutz, Schienbein und Fußschutz und Tiefschutz dazu. Für Sparring und Wettkampf braucht dein Kind einen Kopfschutz mit Zulassungsmarke, bis U13 mit Gesichtsmaske.
Im Point Fighting nur weiche Schaumstoffschoner ohne Spannschutz, die vom Knie bis zum Knöchel reichen und mit mindestens zwei Klettbändern befestigt sind. Hartplastik, Metall, Holz und strumpfartige Schützer mit Spann sind verboten. Der Fuß bekommt einen eigenen Fußschützer.
Ja, sobald mit Partner und Kontakt geübt wird. Im Wettkampf ist er Pflicht. Laut Stiftung Warentest ist ein Mundschutz ab den ersten bleibenden Zähnen sinnvoll, bei Sportarten mit Verletzungsrisiko auch schon mit Milchgebiss. Bei einer Zahnspange braucht es eine Lösung mit der Zahnarztpraxis.
Im Wettkampf der WAKO erst ab 15 Jahren, in der Altersklasse der jüngeren Junioren. Kinder und jüngere Kadetten kämpfen ausschließlich auf der Matte, etwa im Point Fighting.
Kostenlose Probestunde · Unverbindlich · Keine Vertragsbindung
Dieser Artikel ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine ärztliche oder zahnärztliche Beratung. Prüfungsordnungen und Wettkampfregeln können sich ändern, maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung des Verbands, nach dem dein Verein prüft.